Berufsorientierungstraining im Autohaus Sahm

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Die Dumeklemmer-Stiftung hat in Zusammenarbeit mit der Allianz Bildung & Lernen zum ersten Mal das Technikzentrum Minden-Lübbecke mit dem Berufsorientierungstraining (BOT) eingeladen. Das BOT fand am 28. und 29. Juni für Schüler der Käthe-Kollwitz-Schule und der Friedrich-Ebert-Schule in einer Halle im Autohaus Sahm statt. Das BOT ermöglicht Schülerinnen und Schülern schon früh nicht nur einen Einblick in die verschiedenen Berufsfelder sondern auch die Möglichkeit sich in diesen Feldern auszuprobieren.

Alle Schüler durchlaufen alle Stationen, bewältigen Aufgaben, die für sie nicht alltäglich sind, schätzen sich selbst ein und werden von geschulten Anleitern ebenfalls eingeschätzt. Es gab keinen, bei dem nicht mindestens einmal die Selbst- und Fremdeinschätzung übereinstimmte. Die Rückmeldung der Anleiter eröffnet den Schülern einen erweiterten Blick auf ihre Fähigkeiten und Talente verbunden mit Möglichkeit sich für unerwartete Berufsfelder zu interessieren. Lokale Arbeitgeberund Ausbilder, Vertreter aus Rat und Verwaltung, Verbände und Institutionen, die mit dem Thema Berufsorientierung und Fachkräftemangel befasst sind, hatten am zweiten Tag die Gelegenheit sich ein persönliches Bild von diesem Angebot zu machen. Frau Ressel, Geschäftsführerin des Technikzentrums Minden-Lübbecke und Entwicklerin des Konzepts, gab detaillierte Antworten auf viele offenen Fragen.

In den folgenden Jahrgangstufen werden die Aufgaben komplexer und Unternehmen haben die Möglichkeit, die Station mit Aufgaben, die ihrer Branche bzw. ihrem Unternehmen entsprechen, zu bestücken und die Schüler dabei zu beobachten. Talentierten Schülern können sie so ein Praktikum anbieten und möglicherweise einen vielversprechenden Auszubildenden an sich binden.

Die Allianz Bildung & Lernen sieht in diesem und den darauf aufbauenden Angeboten eine gute Ergänzung zu bestehenden Angeboten, insbesondere weil Schüler früh ihre Talente ausgerichtet auf ihre berufliche Zukunft kennenlernen und in persönlichen Kontakt mit Unternehmen kommen können.

Möglich wurde das erste Berufsorientierungstraining mit finanzieller Unterstützung der Stadt Ratingen und der zur Verfügung gestellten Halle samt Infrastruktur des Autohauses Sahm. Herzlichen Dank an alle Beteiligten.

 

Bericht der Käthe-Kollwitz-Schule zum Berufsorientierungstraining

Britta Berg

Voller Spannung und Neugier fanden sich über 100 Siebtklässler der Käthe-Kollwitz Schule am 28.6.17 und 29.6.17 an einem ungewöhnlichen Unterrichtsort ein: einer extra leergeräumten Gebrauchtwagenhalle des Autohaus Sahm. Dort fand an diesem Vormittag ein Berufsorientierungstraining statt, veranstaltet vom Technikzentrum Minden-Lübbecke.

Es waren 10 Stationen aufgebaut, die jeweils von einem Mitarbeiter betreut wurden. Die 20170628 bot2aSchüler verbrachten je 20 Minuten an einer Station und konnten so im Laufe des Vormittags alle Stationen absolvieren und dabei Aufgaben zu verschiedenen Berufsfeldern machen. Für das Berufsfeld Gastronomie wurde Tischdecken und Teller tragen geübt, woanders mussten Kabel verbunden, Dachpfannen geworfen, Zäune gesteckt, Abstände gemessen, Distanzstücke geschraubt, Lebensmittel benannt, kindliche Entwicklungsschritte zugeordnet oder Handtücher platzsparend verpackt werden. Durch ein Punktesystem hatten die Aufgaben Wettbewerbscharakter, dadurch waren alle Schüler die ganze Zeit über motiviert und engagiert bei der Sache. Gleichzeitig wurde von den Betreuern gesondert festgehalten, wenn sie bei einem Schüler ein besonderes Talent für eine Aufgabe erkannten. Die so entstandenen Auswertungsbögen können in der Schule für die weitere Vorbereitung auf die Berufsfindung genutzt werden.

Den Schülerinnen und Schülern gefiel das Training sehr gut. Es war eine willkommene Abwechslung zu dem meist theoretischen Schulalltag. Viele haben festgestellt, wo ihre Stärken liegen, ob sie z.B. handwerklich geschickt sind. Hier sind einige Aussagen dazu:

„Ich fand es cool, um zu sehen, wo man gut ist. Ich habe gemerkt, dass mir Erziehung nicht liegt, eher das Handwerk.“

„Ich fand es gut, weil man viele verschiedene Berufsfelder kennen gelernt hat.“

„Man konnte viele Sachen ausprobieren und verschiedene Berufe vergleichen.“

„Ich finde es gut, dass wir so früh schon verschiedene Berufe kennenlernen. Dann kann man schon eher die Richtung des Praktikums bestimmen.“

Alle waren der Meinung, dass man so etwas ruhig öfter machen sollte.

 

Bericht der Friedrich-Ebert-Schule zum Berufsorientierungstraining

Klasse 7a: Die Klasse war sehr zufrieden mit dem Tag und der Gestaltung.

Den Kindern gefielen besonders die abwechslungsreichen Berufe, die interessant vorgestellt worden sind. Sie lobten dabei, dass es spannend blieb, weil sie praktisch an die Berufe herangeführt worden sind und zeitlich nicht allzu lange nur mit einer Tätigkeit zu tun hatten.

Besonders gelungen fand ich (… die KL 7a), dass sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch die Betreuer die Einschätzungen an den verschiedenen Stationen vornahmen. So gelingt es den Kindern besser und objektiver ihre Stärken zu erkennen.

(Klassenlehrerin Frau Gritzan)

Klasse 7b: Die Klasse fand überwiegend, dass es eine sehr gelungene Veranstaltung war. Meine Frage: “Wer von Euch hat denn durch dieses BOT mehr über seine Stärken (... und ggf. auch Schwächen) erfahren“, bejahten ca. 90 % (!). Ich denke, dass das BOT ein sehr hilfreicher Baustein für die weitere Berufsorientierung ist.

(Klassenlehrer Herr Noske)

Willkommensklasse: Die Schülerinnen und Schüler der Willkommensklasse der FES haben einen interessanten und abwechslungsreichen Vormittag in den Räumlichkeiten der Firma Sahm erlebt. Alle waren sich einig, dass „keiner alles kann“. Trotzdem, so fasst es die zusammen, „haben alle entdeckt, dass sie mindestens eine Station besonders gut meistern konnten.“ Besonders beliebt waren die handwerklichen Stationen, an denen zum Beispiel geschraubt wurde. Positiv aufgefallen ist den Schülern, dass ihre teilweise noch eher geringen Deutschkenntnisse kein Hindernis waren. Sowohl die anderen Teilnehmer als auch die freundlichen Betreuer haben ihnen alles genau erklärt und sich Zeit genommen, ausreichende Hilfestellung zu geben.

(Klassenlehrerin Frau Dembowsky)